Das Papsttum

Teil 1

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Der Anspruch des Papsttums – was sagen offizielle Lehrdokumente der römisch katholischen Kirche dazu? Wie hat Jesus die Gemeinde gewollt und wie sollen wir die Verheißungen Jesu an Petrus verstehen?

1 Der Anspruch des Papsttums

Wir lassen zuerst die offiziellen Lehrdokumente der römisch-katholischen Kirche sprechen. Wir haben vier Dokumente ausgewählt: (1) Die Bulle „Unam Sanctam“ von Papst Bonifaz VIII. aus dem Jahre 1302 ist zwar vor einem konkreten politischen Hintergrund entstanden, der Schlusssatz beinhaltet aber eine bleibende dogmatische Aussage. (2) Das erste Vatikanische Konzil hat die Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma gemacht, (3) das zweite Vatikanum hat zwar kein Dogma verkündet, aber das Dogma des ersten Vatikanums vollinhaltlich bestätigt. (4) Das Zitat aus dem Kodex des Kanonischen Rechts zeigt die Verankerung des Papsttums im Kirchenrecht. Wir lassen diese Dokumente unkommentiert.

1.1 Die Bulle „Unam Sanctam“ 1302

[...] Die eine und einzige Kirche (hat) also einen Leib, ein Haupt, nicht zwei Häupter wie eine Missgeburt, nämlich Christus und den Stellvertreter Christi, Petrus, und den Nachfolger des Petrus; denn der Herr sagt zu Petrus selbst: „Weide meine Schafe“ [Joh 21,17]. „Meine“, sagt er, und zwar allgemein, nicht einzeln diese oder jene: daraus ersieht man, dass ihm alle anvertraut wurden. Wenn also Griechen oder andere sagen, sie seien Petrus und seinen Nachfolgern nicht anvertraut worden, dann müssen sie gestehen, dass sie nicht zu den Schafen Christi gehören; denn der Herr sagt bei Johannes: „es gibt eine Hürde, einen und nur einen Hirten“ [Joh 10,16].

[...] Diese Autorität ist aber, auch wenn sie einem Menschen verliehen wurde und durch einen Menschen ausgeübt wird, keine menschliche, sondern vielmehr eine göttliche Gewalt, die Petrus aus göttlichem Munde verliehen und ihm und seinen Nachfolgern in Christus selbst, den er als Fels bekannt hat, bestätigt wurde, als der Herr zu Petrus selbst sagte: "Alles, was du gebunden hast" usw. [Mt 16,19]. Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt „widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes“ [Röm 13,2]. […]

Wir erklären, sagen und definieren nun aber, dass es für jedes menschliche Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem Römischen Bischof unterworfen zu sein.12

1.2 Das Erste Vatikanische Konzil – Dogmatische Konstitution „Pastor Aeternus“ 1870

Zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung, unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. Wenn sich jemand — was Gott verhüte — herausnehmen sollte, dieser unserer endgültigen Entscheidung zu widersprechen, so sei er ausgeschlossen.3

1.3 Das Zweite Vatikanische Konzil – Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“ 1964

Dieser Unfehlbarkeit erfreut sich der Bischof von Rom, das Haupt des Bischofskollegiums, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt (vgl. Lk 22,32), eine Glaubens- oder Sittenlehre in einem endgültigen Akt verkündet. Daher heißen seine Definitionen mit Recht aus sich und nicht erst aufgrund der Zustimmung der Kirche unanfechtbar, da sie ja unter dem Beistand des Heiligen Geistes vorgebracht sind, der ihm im heiligen Petrus verheißen wurde. Sie bedürfen daher keiner Bestätigung durch andere und dulden keine Berufung an ein anderes Urteil. In diesem Falle trägt nämlich der Bischof von Rom seine Entscheidung nicht als Privatperson vor, sondern legt die katholische Glaubenslehre aus und schützt sie in seiner Eigenschaft als oberster Lehrer der Gesamtkirche, in dem als einzelnem das Charisma der Unfehlbarkeit der Kirche selbst gegeben ist. (Lumen Gentium 25)4

1.4 Der Kodex des Kanonischen Rechts (Codex Iuris Canonici) 1983

Der Bischof der Kirche von Rom, in dem das vom Herrn einzig dem Petrus, dem Ersten der Apostel, übertragene und seinen Nachfolgern zu vermittelnde Amt fortdauert, ist Haupt des Bischofskollegiums, Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden; deshalb verfügt er kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann. (Canon 331)

Der Papst hat kraft seines Amtes nicht nur Gewalt in Hinblick auf die Gesamtkirche, sondern besitzt auch über alle Teilkirchen und deren Verbände einen Vorrang ordentlicher Gewalt, durch den zugleich die eigenberechtigte, ordentliche und unmittelbare Gewalt gestärkt und geschützt wird, die die Bischöfe über die ihrer Sorge anvertrauten Teilkirchen innehaben. (Canon 333 §1)

Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde. (Canon 333 §3)

2 Wie hat Jesus Gemeinde gewollt?

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20,25-28 Einheitsübersetzung5)

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Matthäus 23,8-12)

Jesus ist gekommen, um zu dienen und sich für die Menschen hinzugeben. Dieselbe Hingabe erwartet und wirkt er in denen, die sich selbst verlieren und ihm nachfolgen. Durch Jesus werden wir als seine Jünger Kinder des himmlischen Vaters. Er befähigt uns, einander als Brüder und Schwestern zu lieben. Alle Unterschiede, die in dieser Welt Menschen voneinander trennen, verlieren in der Gemeinde ihre Bedeutung.

Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. (Galater 3,28)

Aus dieser geschwisterlichen Beziehung ergibt sich, dass es für Christen nur einen Vater gibt, nämlich den im Himmel. Die Bibel kennt nur einen Heiligen Vater:

Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. (Johannes 17,11b)

Wenn ein Mensch sich als „Heiliger Vater“6 anreden lässt7, so ist das eine klare Missachtung sowohl der Worte Jesu als auch des Heiligen Geistes, der eine geschwisterliche Liebe unter den Kindern Gottes wirkt.8

3 Petrus – Jünger und Apostel

Da der Papst sich als Nachfolger des Apostels Petrus bezeichnet, wollen wir uns mit diesem bedeutenden Jünger Jesu beschäftigen.

Simon – so sein ursprünglicher Name9 – war ein Fischer aus Bethsaida10, am Nordufer des Sees Genezareth gelegen. Vermutlich im Zusammenhang mit seiner Verehelichung zog er in das nahegelegene Kapharnaum um.11

Als Johannes der Täufer auftrat, wurde Simon gemeinsam mit seinem Bruder Andreas einer der Jünger des Täufers. Andreas war dabei, als Johannes der Täufer Jesus als das Lamm Gottes bezeichnete, und schloss sich Jesus an. Tags darauf sagte Andreas zu seinem Bruder Simon: „Wir haben den Messias12 gefunden.“ und führte ihn zu Jesus. Jesus gab Simon den neuen Namen Kefa13.14

Seit damals folgte Petrus seinem Herrn Jesus nach. Lukas berichtet von einem wunderbaren Fischfang, durch den Petrus sich seiner Sündhaftigkeit bewusst wurde. Von Jesus erhielt er den Auftrag, nicht mehr Fische, sondern Menschen zu fangen.15

Als Jesus unter seinen Jüngern zwölf auswählte, „die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten“16, war Simon einer von ihnen. Er wird in allen Auflistungen der Namen der Zwölf, die auch Apostel („Gesandte“) genannt wurden, an erster Stelle genannt.17

In einigen Situationen des öffentlichen Wirkens Jesu war Simon einer von drei Jüngern, mit denen Jesus zusammen war. Hier ist die Verklärung Jesu18 zu nennen, auf die auch Petrus selber in seinem 2. Brief hinwies.19 Er wurde gemeinsam mit Johannes und Jakobus gewürdigt, die künftige Herrlichkeit des Messias in einer Vision zu schauen.

Als Jesus verhaftet wurde, war Simon willens, seinen Meister mit dem Schwert zu verteidigen. Jesus ließ das nicht zu und heilte das Ohr des von Simon verletzten Knechts des Hohepriesters.20

Anders als die meisten anderen Jünger wollte er Jesus auch in der Zeit der Bedrängnis nahe sein, verleugnete aber, als er befragt wurde, Jesus als seinen Herrn. Unmittelbar danach wurde er sich der Tragweite seines Tuns unter Tränen bewusst und bereute seine Sünde tief.21

Jesus wurde gekreuzigt, blieb aber nicht im Tod. Petrus war der erste der Apostel, dem Jesus nach seiner Auferstehung erschien.22

Petrus hatte gelernt, sich nicht auf seine eigene Kraft, sondern nur auf Gott zu verlassen. Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten wurde auch er in seinem Mut gestärkt und rief die Juden zur Umkehr zu Jesus auf.23 So entstand die Kirche24, in der Petrus gemeinsam mit Johannes25 eine führende Stellung einnahm. In Verfolgung war Petrus bereit, ins Gefängnis zu gehen.26

Infolge einer durch Saulus (Paulus) initiierten Verfolgung verkündete Philippus das Evangelium erstmals auch Nichtjuden, den Samaritern. Erst als Petrus und Johannes den bekehrten Samaritern die Hände auflegten, empfingen diese den Heiligen Geist.27

Durch Petrus nahm Kornelius als erster Heide das Evangelium an.28 Petrus war auch an der Entscheidung, dass die Heidenchristen das Gesetz nicht zu halten haben, wesentlich beteiligt.29 Er war aber auch bereit, die Ermahnung von Paulus wegen Inkonsequenz in diesem Punkt anzunehmen.30

Aus späterer Zeit erfahren wir nur noch wenig über ihn. Die zentrale Position, die Petrus in den Anfangsjahren der Kirche hatte, gab es später offensichtlich nicht mehr. Aus dem ersten Petrusbrief dürfen wir vermuten, dass er in verschiedenen Provinzen Kleinasiens missionierte.31

Vermutlich kam er nach dem Jahr 62 nach Rom, wo er während der Verfolgung durch Nero den Märtyrertod starb.32

4 Jesu Verheißungen an Simon Petrus

4.1 Matthäus 16,13-23

Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus (pétros) und auf diesen Felsen (pétra) werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Im Gegensatz zu anderen Menschen, die Jesus für „Johannes den Täufer, Elija, Jeremia oder sonst einen Propheten“ hielten, bekannte Simon: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Das war keine grundsätzlich neue Erkenntnis. Bereits Andreas hatte seinem Bruder Simon ganz am Anfang gesagt: „Wir haben den Messias gefunden.“33 Während dieses erste Bekenntnis des Andreas aufgrund des Zeugnisses Johannes‘ des Täufers geschah, bekannte Simon Jesus als Messias, nachdem er bereits mehr als ein Jahr mit ihm zusammen war und erkennen musste, dass Jesus nicht dem politischen Messiasbild entsprach, das er wie die meisten Juden hatte. Aber alles, was er von Jesus hörte, und alles, was er von seinem Leben sah, schenkte ihm mit Gottes Hilfe die Gewissheit der Messianität Jesu. Jesus sagte, dass Petrus das nicht von Fleisch und Blut wusste, sondern vom Vater im Himmel.

Die anschließend berichtete Begebenheit, als Simon es ablehnte, dass Jesus leiden und sterben müsse, und deswegen von Jesus streng ermahnt wurde,34 zeigt, wie stark er auch damals noch der jüdischen Messiaserwartung verhaftet war, die einen siegreichen Messias ersehnte, aber nichts von dessen Leiden und Tod wissen wollte.

4.1.1 Der Fels

Ich aber sage dir: Du bist Petrus (pétros) und auf diesen Felsen (pétra) werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Jesus antwortete auf das Bekenntnis Simons mit einer Aussage über ihn. Simon hatte gesagt: „Du bist der Messias.“ Jesus antwortete: „Du bist Petrus.“ Er erinnerte ihn an den Namen, den er ihm bereits bei der ersten Begegnung gegeben hatte. Das aramäische Wort Kefa, das Jesus in seiner Muttersprache verwendet hat,35 hat dieselbe Bedeutung wie das griechische Wort Petros: Stein.

Der katholische Neutestamentler Rudolf Pesch36 schreibt dazu:

Dass Kefas-Petros vom aramäischen Wort kefa, einer Sachbezeichnung herkommt, ist unbestritten. Die Sachbezeichnung ist ebenso wenig wie das griechische Wort pétros in vorchristlicher Zeit als Personenname, Eigenname oder Beiname nachgewiesen. kefa bedeutet vorzüglich „Stein, Kugel, Klumpen, Knäuel“; „Fels“ ist als Nebenbedeutung nur in den Targumim bei Übersetzung des hebräischen sela‘ belegt. „Dass ein Aramäer vor Ostern nicht Fels/pétra, sondern ‚Stein, Ballen, Klumpen, Klotz‘ assoziierte, wenn er den Beinamen Kefa hörte“37, lehrt insbesondere die griechische Wiedergabe des Beinamens durch pétros statt pétra. Während pétra „den gewachsenen Felsen, felsige Gebirgszüge, Klippen, einzeln stehende Felshäupter, auch Grotten“ bezeichnet, bedeutet pétros „von Homer über LXX und Josephus bis in neutestamentliche Zeit hinein Stein […]; vom kleinen Stein, Feuer- und Schleuderstein, bis zum größeren, losgerissenen Felsbrocken.“38

Simon ist ein Stein, ein wichtiger Stein im Bauwerk der Kirche. Aber er ist nicht der Fels, auf dem die Kirche aufbaut. Das von Petrus abgelegte Bekenntnis zu Jesus als dem Messias, den Sohn des lebendigen Gottes, ist die bleibende Grundlage der Gemeinde der Jünger Jesu.

Paulus schreibt in 1. Korinther 3,11:

Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.

In 1. Petrus 2,4 nennt Petrus Jesus den

[...] lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist.

Auf ihm sollen sich die Christen als lebendige Steine aufbauen lassen.

Im weiteren Zusammenhang zitiert Petrus in Kombination mehrere alttestamentliche Stellen zum Thema Stein / Felsen (Jesaja 28,16; Psalm 118,22 und Jesaja 8,14) und wendet sie auf Jesus an. In Vers 8 nennt er Jesus den

[...] Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt.

Hier verwendet Petrus für den Felsen das griechische Wort pétra, das wir auch in Matthäus 16,18 für den Felsen finden, auf dem die Kirche aufgebaut ist. Petrus nennt Jesus den Fels. Da dieser Wortgebrauch sich auch aus dem zitierten alttestamentlichen Vers ergibt, ist dieses Argument gewiss nicht allzu stark. Aber es ist doch interessant, dass Petrus in diesem Zusammenhang mit keinem Wort erwähnt, dass er selber der Fels sei, auf dem die Kirche erbaut ist. Das spricht dafür, dass Petrus sich selber nicht so gesehen hat.

Das Alte Testament spricht an zahlreichen Stellen von Jahwe als dem Fels. Wir bringen hier nur eine Auswahl:

Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels. (Jesaja 26,4)

Denn wer ist Gott als allein der Herr, wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott? (Psalm 18,32 – im selben Psalm auch noch in den Versen 3 und 46)

Ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels außer mir, ich kenne keinen. (Jesaja 44,8b)

Weitere Stellen: Deuteronomium 32,4.18.30; Psalm 19,14; 28,1; 42,9; 78,5; 144;1; Jesaja 17,10 …

Es gibt allerdings eine Stelle, in der nicht Gott, sondern ein Mensch symbolisch als “Fels” bezeichnet wird:

Hört auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt und die ihr den Herrn sucht. Blickt auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid, auf den Schacht, aus dem ihr herausgebohrt wurdet. Blickt auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch gebar. Er war allein, als ich ihn rief; doch ich habe ihn gesegnet und ihm viele Nachkommen geschenkt. (Jesaja 51,1-2)

Hier ist Abraham „der Fels, aus dem ihr gehauen seid.“ Hier hat der Fels nicht die Funktion des Fundaments, auf dem ein Haus gebaut wird, sondern des „Materials“, aus dem das Volk Israel entstand. Man kann daher diese Stelle nicht als Parallele zum Wort Jesu an Petrus sehen. Überdies gab es im Volk Israel nie die Vorstellung von einem „Abrahamsamt“ ähnlich dem „Petrusamt“ bei den Katholiken.

Zur Begründung, dass mit dem „Felsen“ in Matthäus 16,18 Petrus gemeint sei, könnte man Epheser 2,20 und Offenbarung 21,14 anführen.

Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut. (Epheser 2,20-22)

Die Mauer der Stadt39 hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. (Offenbarung 21,14)

In Epheser 2,20 schreibt Paulus über die einmalige Stellung der Apostel in der Kirche. Sie waren es, die gemeinsam mit den Propheten die Lehre der Gemeinde, die auf Jesus aufbaut und in ihm ihren Schlussstein findet, der alles zusammenhält, grundgelegt haben. Diese Lehre finden wir in den Schriften des Neuen Testaments. Mehr dazu unter Punkt 5.2. Von einer bleibenden Institution eines Petrus- oder Apostelamtes ist hier keine Rede.

Offenbarung 21,14 geht in dieselbe Richtung. Auch diese Stelle spricht über die bleibende einmalige Bedeutung der Apostel, nicht darüber, dass die Apostel Nachfolger haben müssen, die später dann die Funktion des Fundaments übernehmen sollten. Weder im Epheserbrief noch in der Offenbarung ist Petrus besonders hervorgehoben.

Exkurs: Zur Deutung von Matthäus 16,18 im Laufe der Geschichte

Im „Evangelisch-katholischen Kommentar zum Neuen Testament“ unterscheidet Ulrich Luz drei verschiedene Deutungen dieser Stelle:40

1. Die „östliche“ Deutung: Das Bekenntnis bzw. der Glaube des Petrus ist Fundamentfels der Kirche.

Diese Deutung ist laut Luz

[...] schon bei Origenes vorhanden und prägt dann die ganze griechische Exegese. Das Bekenntnis des Petrus "ist nicht dem Petrus allein eigen, sondern geschah für alle Menschen: Indem er (Jesus) sein Bekenntnis einen Felsen nannte, machte er deutlich, dass er darauf die Kirche bauen werde" (Theodor von Mopsuestia, ähnlich Eusebius, Johannes Chrysostomos und andere). Die Deutung stützt sich auf den Kontext von V 18: Als Antwort auf das Glaubensbekenntnis des Petrus hatte Jesus ihn seliggepriesen und ihm die Verheißung von V 18 zugesprochen. [...] Durch Ambrosius, Hilarius und den Ambrosiaster wurde sie auch im Westen bekannt und dann in der westlichen Auslegung durch das ganze Mittelalter hindurch neben der augustinischen Deutung vertreten. [...]

2. Die augustinische Deutung: Christus ist der Fundamentfels der Kirche.

Auch diese Deutung hat ihre Wurzeln bei Origenes, der zum ersten Mal auf 1Kor 10,4 als Parallelstelle hinwies, bei Tertullian und bei Euseb. Ihr eigentlicher Vater aber ist Augustin, der sie immer und immer wieder vertreten hat: „Denn nicht von Petrus hat die Petra, sondern Petrus von der Petra … den Namen“. Den Fels, der Christus ist (1Kor 10,4), hat Petrus bekannt. „Auf diesem Fundament ist auch Petrus selbst erbaut. Denn ein anderes Fundament kann niemand legen als das, welches gelegt ist, welches ist Jesus Christus“ (1Kor 3,11)41 […] Die augustinische Deutung ist im Mittelalter im Westen zur schlechthin herrschenden geworden. […]

3. Die römische Deutung: Petrus und nach ihm der Papst ist der Fundamentfelsen der Kirche.

Die wichtigsten Grundtexte aus dem 5. Jh. sind die dritte und vierte Predigt Leos d. Gr. zum Jahrestag seiner Bischofsweihe. […] In Petrus ruht auch die Vollmacht des Papstes, denn alles, was der Papst anordnet, ist der gegenwärtigen Wirksamkeit des Petrus durch ihn zuzuschreiben. Petrus ist also nicht in erster Linie der „erste Papst“, sondern als „Petrus vivus“ ist er in seinen Nachfolgern gegenwärtig. Für die Folgezeit ist bedeutsam, dass die „päpstliche“ Auslegung unseres Textes vor allem und fast nur in Dekreten zu finden ist. […] In die katholische Exegese hat die päpstliche Deutung erst mit der Gegenreformation Einzug gehalten. […]

Zusammenfassung

Die heute im katholischen Bereich normale Erklärung, dass der Fels, auf dem die Kirche aufbaut, Petrus und die Päpste seien, entspricht nicht der Auslegungstradition der Antike und des Mittelalters. Die traditionelle Auslegung sah im Felsen entweder (1) das von Petrus abgelegte Bekenntnis zu Jesus als dem Messias und Sohn Gottes oder (2) Jesus Christus selbst. Diese beiden Auslegungen weisen beide auf Jesus hin, nicht auf den Papst, und entsprechen auch dem biblischen Kontext. Die (3) „päpstliche“ Interpretation wurde bis zur Gegenreformation fast nur zur Untermauerung des Papsttums verwendet, nicht aber in exegetischen Texten.

4.1.2 Die Schlüssel des Himmelreichs

Ist mit den Schlüsseln des Himmelreiches der Jurisdiktionsprimat42 gemeint? Geht es hier nur um Petrus oder auch um dessen Nachfolger?

Wir können im Leben Petri Ereignisse finden, in denen er tatsächlich eine Schlüsselfunktion hatte.

  • In Apostelgeschichte 8,4-25 lesen wir über den ersten Schritt der Kirche über das Judentum hinaus. Petrus und Johannes legten den neu bekehrten Samaritern die Hände auf. Sie wurden so voll in die Gemeinde der Jünger Jesu aufgenommen.
  • Die nächste „Erweiterung“ der Gemeinde, als auch Heiden aufgenommen wurden, fand laut Apostelgeschichte 10-11 auch unter wesentlicher Beteiligung von Petrus statt.
  • Durch die Aufnahme der Heiden stellte sich auch die Frage nach der Bedeutung des alttestamentlichen Gesetzes für die Heidenchristen. Auch bei dieser Entscheidung war Petrus wesentlich beteiligt.43

Wir finden also genügend Punkte im Leben Petri, in denen diese „Schlüsselgewalt“ sichtbar wird. Petrus hat sozusagen das Himmelreich für die Samariter und die Heiden aufgeschlossen.44 Es gibt keine Notwendigkeit, nach einer Bedeutung dieses Wortes für eventuelle Nachfolger Petri zu suchen.

4.2 Lukas 22,31-34

Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder. Darauf sagte Petrus zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Jesus erwiderte: Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.

Jesus macht hier Petrus Mut, auch nach der Verleugnung und der darauf folgenden Umkehr, seine Aufgabe an seinen Brüdern zu sehen und sie zu stärken. In den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte können wir lesen, wie Petrus das getan hat. Von einem eventuellen Nachfolger des Petrus ist hier keine Rede. Im weiteren Sinn hat natürlich jeder Jünger Jesu die Aufgabe, seine Brüder zu stärken.

4.3 Johannes 21,15-19

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Auch diese Stelle ist im Zusammenhang mit der dreimaligen Verleugnung Jesu durch Petrus zu sehen. Weil Petrus Jesus dreimal verleugnet hat, wird er von diesem dreimal gefragt, ob er ihn liebe. Die dreimalige Aufforderung „Weide meine Schafe!“ zeigt, dass die Beziehung zu Jesus wieder ganz in Ordnung gebracht ist, und er wieder für seine Geschwister im Glauben sorgen soll. Die anschließenden Worte, in denen Jesus den Märtyrertod Petri angekündigt, zeigen, dass es hier um Petrus geht, nicht um jemanden, der sein Nachfolger ist. Die am Beginn dieser Abhandlung zitierte Auslegung aus der Bulle „Unam Sanctam“ ist daher völlig unbegründet.

Jesus hat Petrus die Verantwortung für seine Geschwister anvertraut, nachdem Petrus seine Liebe zu Jesus bekräftigt hat. Jesus zu lieben ist die unbedingte Voraussetzung für jede Autorität, die es in der Kirche geben kann. Wenn jemand Jesus nicht liebt, dann kann Jesus diesem Menschen nicht die Sorge für seine Jünger anvertrauen. Die Liebe wird aber nicht durch ein „Amt“ weitergegeben.

Petrus war nicht der einzige Hirte in der frühen Kirche. Er selbst schreibt:

Die Ältesten unter euch ermahne ich, als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber zugleich auch als Mitgenosse der einst sich offenbarenden Herrlichkeit: Weidet die euch anvertraute Herde Gottes und habt acht auf sie, nicht gezwungen, sondern aus freien Stücken, wie Gott es will; auch nicht aus schmutziger Gewinnsucht, sondern mit Hingabe, auch nicht als wäret ihr Herren des Erbes, sondern als Vorbilder der Herde. Wenn dann der höchste Hirte erscheint, werdet ihr den unverwelklichen Kranz der Herrlichkeit erlangen. (1. Petrus 5,1-4, Jerusalemer Bibel 1968)

Petrus ist nur der Mitälteste. Der oberste Hirte ist Jesus Christus.

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Fußnoten:
  1. Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, in deutscher Sprache herausgegeben von Peter Hünermann, 37. Auflage, Freiburg 1991, S. 385-387, Nummern: 872, 874, 875. 
  2. Josef Neuner – Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, 13. Auflage, Regensburg 1971, S. 289 merkt dazu an: Während der kirchenpolitische Inhalt der Bulle nur zeitgeschichtlichen Charakter hat, eignet dem Schlusssatz dogmatische Verpflichtung. 
  3. Neuner-Roos, Nr. 454, S. 302. 
  4. Zitiert nach: http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html, abgerufen am 25.06.2015. 
  5. Anders als in anderen Texten auf dieser Website zitieren wir in dieser Abhandlung die Bibel nach der Einheitsübersetzung. 
  6. Mehr dazu unter Punkt 6.1. 
  7. Mitunter reagieren Katholiken auf Matthäus 23,9 mit dem Einwand: “Nennst du deinen Vater nicht Vater?” Jesus geht es hier nicht darum, dass man seinen biologischen Vater nicht mehr Vater nennen dürfe. Er spricht im Zusammenhang über religiöse Titel. Die katholische Praxis, Menschen als „Pater“, „Abt“ (= Vater) oder „Heiliger Vater“ anzureden, ist von den Worten Jesu direkt betroffen. Unter den Juden war es bei Weitem nicht so verbreitet, religiöse Führer als „Vater“ anzusprechen, wie es bei den Katholiken üblich ist. 
  8. Mehr zur Frage, wie Kirche / Gemeinde nach dem Willen Gottes aussieht, ist in unseren Abhandlungen: Die Gemeinde im Neuen Testament, Über das Leben der ersten Christen und Ämter und Aufgaben in der Kirche zu finden. 
  9. Vermutlich führte Petrus ursprünglich zwei ähnlich klingende Namen, den hebräischen Namen Simeon (Apostelgeschichte 15,14 und 2. Petrus 1,1) und den griechischen Namen Simon. 
  10. Johannes 1,44. 
  11. Vergleiche Matthäus 8,5.14-15. 
  12. Das aramäische Wort bedeutet „Gesalbter“(griechisch: Christos). So nannten die Juden den von Gott verheißenen Erlöser, den sie meist als politischen Befreier von der Herrschaft der Römer verstanden. 
  13. Gräzisiert: Kephas; griechisch: Petros; lateinisch: Petrus; deutsch: Stein. Mehr zur Wortbedeutung unter Punkt 4.1.1. 
  14. Johannes 1,35-42. 
  15. Lukas 5,1-11. 
  16. Markus 3,14. 
  17. Matthäus 10,2-4; Markus 2,16,-19; Lukas 6,14-16; Apostelgeschichte 1,13. 
  18. Matthäus 17,1-9. 
  19. 2. Petrus 1,16-18. 
  20. Johannes 18,10-11; Lukas 22,50-51. 
  21. Lukas 22,54-62. 
  22. Lukas 24,34; 1. Korinther 15,4-5. 
  23. Apostelgeschichte 2,14-40. 
  24. Apostelgeschichte 2,41-47. 
  25. Vergleiche Apostelgeschichte 3,1-11; 4,13-19; 8,14-17. 
  26. Apostelgeschichte 4,18-19; 12,1-18. 
  27. Apostelgeschichte 8,4-17. Zum Thema „Taufe mit dem Heiligen Geist“ siehe: http://www.was-christen-glauben.info/taufe-mit-dem-heiligen-geist/#5-falsch-interpretierte-stellen-in-der-charismatischen-lehre Abschnitt über Apostelgeschichte 8,5-24. 
  28. Apostelgeschichte 10,1-11,18. 
  29. Apostelgeschichte 15,1-29; Galater 2,1-10. 
  30. Vergleiche Galater 2,11-14. 
  31. 1. Petrus 1,1. 
  32. 1 Klemens 5,3-4: Stellen wir uns die guten Apostel vor Augen: einen Petrus, der wegen ungerechter Eifersucht nicht ein oder zwei, sondern vielerlei Mühseligkeiten erduldet hat und, nachdem er so sein Zeugnis (für Christus) abgelegt hatte, angelangt ist an dem ihn gebührenden Orte der Herrlichkeit. – Im Zusammenhang geht es um die Opfer der neronischen Verfolgung (Kapitel 6). 
  33. Johannes 1,41. 
  34. Wenn Jesus Petrus Satan nennt, so heißt das nicht, dass Petrus der Teufel war oder von diesem besessen war. Wir haben das Wort Satan in seiner ursprünglichen hebräischen Bedeutung als „Widersacher“ zu verstehen. Dadurch, dass Petrus gegen das Leiden und Sterben Jesu sprach, wurde er zu dessen Widersacher. 
  35. Vergleiche Johannes 1,42. 
  36. Rudolf Pesch, Simon-Petrus, 1980, Seite 29, griechische, hebräische und aramäische Wörter transkribiert. 
  37. Pesch zitierte hier: P. Lampe, Das Spiel mit dem Petrusnamen, MATT XVI. 18, in: NTS 25 (1978/79), 238. 
  38. Wieder ein Zitat von Lampe, S. 240. 
  39. Des neuen Jerusalems. 
  40. Ulrich Luz, Das Evangelium nach Matthäus, 2. Teilband Mt 8-17, 4. Auflage 2007, S. 476-479 
  41. Vergleiche dazu: Augustinus, Vorträge über das Johannes-Evangelium, (Tractatus in Ioannis Euangelium) 124,5 – http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1897-5.htm
  42. Dieser Ausdruck bezeichnet die höchste Rechtsgewalt in der Kirche. 
  43. Apostelgeschichte 15,1-21. 
  44. Wir haben unter 5.1.1 aufgezeigt, dass auch in diesen Situationen die Stellung Petri keine absolute war. Das bedeutet aber nicht, dass das Wort von den Schlüsseln nicht in diesen Situationen ihre Erfüllung gefunden hätte.