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MARTIN LUTHERS LEHREN (Fortsetzung)
LUTHER HATTE EINE UNMENSCHLICHE HALTUNG GEGENÜBER DEN JUDEN
Die beiden verbleibenden Kapitel bedürfen keines Kommentars. Wir hoffen, dass jeder Leser durch diese Zitate genügend Grund hat, sich eine klare Meinung über Leben und Lehre Martin Luthers zu bilden. Um allen Missverständnissen vorzubeugen, sei hier klar zum Ausdruck gebracht, dass wir uns von allen Gewaltaufrufen und Beschimpfungen in den folgenden Texten auf das Entschiedenste distanzieren.
Luther:
Ich hab' viel Historien gelesen und gehört von den Juden, so mit diesem Urteil Christi stimmen. Nämlich, wie sie die Brunnen vergiftet, heimlich gemordet, Kinder gestohlen, wie droben gemeldet. Item, dass ein Jude dem andern über Feld einen Topf voll Bluts, auch durch einen Christen, zugeschickt, item, ein Fass Wein, da das ausgetrunken, ein toter Jude im Fasse gefunden, und dergleichen viel. Und das Kinderstehlen hat sie oft (wie droben gesagt) verbrennet und verjagt. Ich weiß wohl, dass sie solches und alles leugnen. Es stimmet aber alles mit dem Urteil Christi, dass sie giftige, bittere, rachgierige, hämische Schlangen, Meuchelmörder und Teufelskinder sind, die heimlich stechen und Schaden tun, weil sie es öffentlich nicht vermögen. Darum ich gerne wollte, sie wären, da keine Christen sind. Der Türke und andere Heiden leiden solches nicht von ihnen, was wir Christen von den giftigen Schlangen und jungen Teufeln leiden, sie tun"s auch niemand als uns Christen. Das ist"s, das ich droben gesagt habe, dass ein Christ, nächst dem Teufel, keine giftigeren, bittereren Feind habe als einen Juden, so wir doch niemand so viel Guts tun, noch so viel von jemand leiden, als eben von solchen bösen Teufelskindern und Schlangengezüchte.
Wer nun Lust hat, solche giftige Schlangen und junge Teufel, das ist die ärgesten Feinde Christi, unsers Herrn und unser aller zu herbergen, zu füttern und zu ehren und sich zu schinden, rauben, plündern, zu speien, zu fluchen und alles übels zu leiden begehrt, der lasse sich diese Juden treulich befohlen sein. Ist"s nicht genug, so lasse er ihm auch ins Maul tun oder krieche ihm in den Hintern und bete dasselbige Heiligtum an, rühme sich darnach, er sei barmherzig gewesen, habe den Teufel und seinen jungen Teufel gestärkt, zu lästern unsern lieben Herrn und das teure Blut, damit wir Christen erkauft sind. So ist er denn ein vollkommener Christ, voller Werke der Barmherzigkeit, die ihm Christus belohnen wird am jüngsten Tage mit den Juden im ewigen höllischen Feuer.(19)
Demnach soll und muss es uns Christen kein Scherz, sondern großer Ernst sein, hierwider Rat zu suchen und unsere Seelen von den Juden, das ist: vom Teufel und ewigen Tod, zu erretten. Und ist der, wie droben gesagt, erstlich:
Dass man ihre Synagoge mit Feuer verbrenne und werfe hierzu, wer da kann, Schwefel und Pech; wer auch höllisch Feuer könnte zuwerfen, wäre auch gut. Auf dass Gott unsern Ernst, und alle Welt solch Exempel sehen möchte, dass wir solch Haus (darin die Juden Gott, unsern lieben Schöpfer und Vater, mit seinem Sohn so schändlich gelästert hätten) bisher unwissend geduldet, nunmehr ihm seinen Lohn gegeben hätten.
Zum andern, dass man ihnen alle ihre Bücher nehme, Betbücher, Talmudisten, auch die ganze Bibel, und nicht ein Blatt ließe, und verwahrte auf die, so sich bekehreten. Denn sie des alles brauchen zu lästern den Sohn Gottes, das ist: Gott selbst den Vater, Schöpfer Himmels und der Erde (wie gesagt ist) und werden"s nimmermehr anders brauchen.
Zum dritten, dass man ihnen verbiete, bei uns und in dem Unsern öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens. In ihrem Lande mögen sie das tun, oder wo sie können, da wir Christen es nicht hören noch wissen können. Ursache: ihr Lob, Dank, Gebet und Lehren ist eitel Gotteslästern, Fluchen, Abgötterei, weil ihr Herz und Maul Gott den Vater Hebel Vorik nennen, wie sie seinen Sohn, unsern Herrn Jesum, nennen. Denn, wie sie den Sohn nennen und ehren, so ist der Vater auch genannt und geehret. Hilft ihnen nicht, dass sie viel schöne Worte brauchen und Gottes Namen herrlich führen. Denn es heißt (2.Mose 20.7): "du sollst Gottes Namen nicht missbrauchen." Gleichwie es ihren Vorfahren nichts half, dass sie Gottes Namen führeten und ihn doch Baal nenneten, zu den Zeiten der Könige Israels.
Zum vierten, dass ihnen verboten werde, den Namen Gottes vor unsern Ohren zu nennen. Denn wir können"s mit gutem Gewissen nicht hören noch leiden, weil ihr lästerlich, verflucht Maul und Herz Gottes Sohn Hebel Vorik nennen, und damit seinen Vater auch so nennen müssen, der"s nicht anders verstehen kann noch will, wie wir Christen solches auch nicht anders verstehen können, die wir glauben müssen, wie der Sohn genannt wird und geehret, so wird auch der Vater geehret und genannt. Darum der Juden Maul nicht soll wert gehalten werden bei uns Christen, dass es Gott sollte vor unsern Ohren nennen, sondern, wer es vom Juden höret, dass er"s der Oberkeit anzeige oder mit Saudreck auf ihn werfe, sofern er ihn siehet, und von sich jage. Und sei hierin niemand barmherzig noch gütig. Denn es betrifft Gottes Ehre und unser aller (der Juden auch) Seligkeit.(20)
Ja, wie wollen wir tun, wenn wir gleich den Juden ihre Synagoge verbrennen, Gott loben, beten, lehren, Gottes Namen nennen, öffentlich verbieten usw., gleichwohl werden sie es doch heimlich nicht lassen. Und weil wir wissen, dass sie es heimlich tun, so ist"s ebensoviel, als täten sie es öffentlich. Denn, was man weiß, das heimlich geschieht und geduldet wird, das heißt doch nicht heimlich,und gleichwohl unser Gewissen damit vor Gott beschweret ist. Wohlan, da mögen wir uns vorsehen. Meines Dünkens will"s doch da hinaus: sollen wir von der Juden Lästerung rein bleiben und ihrer nicht teilhaftig werden, so müssen wir geschieden sein, und sie aus unserm Lande vertrieben werden. Sie mögen gedenken an ihr Vaterland, so dürfen sie nicht mehr vor Gott über uns schreien und lügen, dass wir sie gefangen halten, wir auch nicht klagen, dass sie uns mit ihrem Lästern und Wuchern beschweren. Dies ist der nächste und beste Rat, der beide Parteien in solchem Fall sichert.(21)
LUTHER FORDERTE IM BAUERNKRIEG DIE FÜRSTEN ZUR BRUTALITÄT GEGEN DIE BAUERN AUF
Luther:
Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muss: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.(22)
Am Ende ist noch eine Sache, welche die Obrigkeit billig bewegen soll. Denn die Bauern lassen sich nicht daran genügen, dass sie des Teufels sind, sondern sie zwingen und dringen viel rechtschaffene Menschen, die es ungerne tun, zu ihrem teuflischen Bunde und machen diese so aller ihrer Bosheit und Verdammnis teilhaftig. Denn wer ihnen (ihr Verlangen) bewilligt, der fährt auch mit ihnen zu Teufel und ist aller übeltat schuldig, die sie begehen. Und (diese Menschen) müssens doch tun, weil sie so schwachen Glaubens sind, dass sie dem (Verlangen der Bauern) nicht widerstehen. Denn hundert Tode sollte ein frommer Christ erleiden, ehe er ein Haarbreit in der Bauern Sache willigte. Oh, viel Märtyrer könnten jetzt durch die blutdürstigen Bauern und durch Mordpropheten werden! Nun, solcher Gefangener unter den Bauern sollte sich die Obrigkeit erbarmen; und wenn sie sonst keine Ursache hätte, das Schwert getrost gegen die Bauern gehen zu lassen und selbst Leib und Gut daranzusetzen, so wäre doch diese übergroß genug, dass man solche Seelen, die durch die Bauern zu solchem teuflischen Bündnis gezwungen und ohne ihren Willen mit ihnen so gräulich sündigen und verdammt werden müssen, errettete und ihnen helfe. Denn solche Seelen sind recht im Fegefeuer, ja in der Hölle und des Teufels Banden.
Darum, liebe Herren, erlöset hier, rettet hier, helft hier, erbarmt euch der armen Menschen: steche, schlage, töte hier, wer da kann. Bleibst du drüber tot, wohl dir, seligeren Tod kannst du nimmermehr finden. Denn du stirbst im Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls, Röm 13,4ff, und im Dienst der Liebe, deinen Nächsten aus der Hölle und des Teufels Banden zu erretten.(23)
SCHLUSS
Unsere Sammlung von Lutherzitaten hat nicht das Ziel eine umfassende, alle Details des Lebens und der Lehre ausleuchtende Darstellung zu liefern. Das Ziel unserer Abhandlung ist die Warnung vor einem Irrlehrer. Damit leugnen wir nicht, dass er auch Vieles gut und richtig gesagt hat. Als Jesus in Matthäus 23 mit scharfen Worten gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten geredet hat, hat er dadurch nicht all das Gute geleugnet, das die Pharisäer ohne Zweifel auch getan haben.
Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. (2.Johannes 9-11)
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FUSSNOTEN
19. Zurück Von den Juden und ihren Lügen 1543: Martin Luther, Schriften wider Juden und Türken, München 1936, S. 198f; vgl. WA 53,417-522
20. Zurück Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schriften wider Juden und Türken, S. 206f
21. Zurück Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schriften wider Juden und Türken, S. 208f
22. Zurück Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 192; vgl. WA 18,358
23. Zurück Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 196f; vgl. WA 18,361
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