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aktualisiert: 21. Juli 2005
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MARTIN LUTHERS LEHREN
Diese Äußerungen Luthers stehen in klarem Gegensatz zu Gottes Wesen, der in seiner Liebe das Heil für alle Menschen will. Sein größter Fehler dabei ist die Lehre, dass durch Gottes Vorherwissen und Allmacht die Entscheidungen des Menschen vorher bestimmt seien. Hier ist es wichtig, zu klären, dass Gott das im Voraus weiß, was der Mensch in völliger Freiheit entscheiden wird. Gott ist allwissend, weil er zeitlos ist, weil er über der Zeit steht. Deswegen beeinflusst dieses Wissen nicht die innerzeitlichen Ereignisse. Gottes Vorherwissen steht daher in keinem Widerspruch zur menschlichen Freiheit und zerstört diese nicht. Die biblische Lehre von Gottes Allmacht widerspricht nicht der Feststellung, dass Gott vieles, was in der Welt geschieht, nicht direkt ausführt. Gott kann auch zulassen, dass die Dinge aufgrund der durch ihn bestimmten Grundsätze - wie zum Beispiel dem freien Willen - ihren freien Lauf nehmen. Wir gehen ausführlicher auf die Lehre der Prädestination (Vorherbestimmung) in einer eigenen Abhandlung dazu ein. Nach der Lehre der Bibel will Gott, dass jeder Mensch gerettet werde und zur Erkenntnis der Wahrheit gelange (Johannes 12,44-50; 1 Timotheus 2,1-7). Obwohl Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, geschieht es nicht, und wird - leider - auch nicht geschehen, wie das auch die biblische Lehre über die ewige Verdammnis ausdrückt (Matthäus 25,31-46 - besonders Vers 46; 2 Thessalonicher 1,3-10 usw.). Wie kann es aber nun sein, dass, wenn Gott will, dass alle gerettet werden, die Mehrheit der Menschen trotzdem nicht das Heil erlangen? Ist Gott nicht allmächtig oder hat der Mensch einen freien Willen?
Mit diesen Worten widerspricht Luther seinen eigenen Aussagen über die Allmacht Gottes. Er beschreibt den Satan wie ein mächtiges Wesen, das mit Gott auf einer Ebene steht. Gott muss mit ihm um den Menschen kämpfen. Dieser lutherische Dualismus hat sich von der Lehre der Bibel so weit wie nur vorstellbar entfernt. Wenn Gott allmächtig ist, warum muss er dann um irgendetwas kämpfen? Andererseits - um mit Luthers Logik zu argumentieren - wie kann es geschehen, dass im Gegensatz zum Willen des allmächtigen Gottes Satan auf einem Menschen reiten kann? Oder ist vielleicht gerade das der Wille Gottes, des Gottes der Liebe?! Übrigens hat Luther Ps 73 völlig aus dem Zusammenhang herausgerissen zitiert. Der Psalmist will sagen, dass so lange sein Herz erbittert war, er vor Gott wie ein Tier war, verschlossen gegen die Erkenntnis, die Gott ihm schenken wollte. Doch nun hat er sich Gott zugewandt, und hat die Gewissheit, bei Gott zu sein.
Luther gerät hier wieder in einen interessanten Widerspruch mit sich selber. Auch er bemerkt, dass man dem Menschen irgendeine Freiheit zuschreiben muss, wenigstens in den alltäglichen Dingen. Aber dazu, um diesen Gedanken aufrichtig zu Ende zu führen, hängt er schon zu sehr an seinen Lehren. Mit seinen in Klammern gesetzten Ausführungen (obwohl auch dies durch den freien Willen Gottes allein gelenkt wird wohin immer es ihm gefällt) weist er das Ziehen der richtigen Konsequenzen einfach zurück, nämlich dass der Mensch doch einen freien Willen hat.
Dieses Bekenntnis Luthers bezeugt, wie wenig er Gott und die Wahrheit geliebt hat. Die Bibel spricht gerade über den unausweichlichen, hingebungsvollen und konsequenten Kampf um den rechten Gebrauch des menschlichen Willens (Römer 6; Römer 12,1-2 usw.). Gott nimmt uns in sein Reich auf, aber nur dann, wenn wir das wollen (z.B. Lukas 13,22-30). Zurück zum BeginnFORTSETZUNG - MARTIN LUTHER LEHRTE, DASS DAS CHRISTSEIN NACH AUSSEN UNSICHTBAR IST FUSSNOTEN1. Zurück Disputatio Heidelbergae habita, 1518: Luther Deutsch, Ergänzungsband Lutherlexikon, Hsg. Kurt Aland, Göttingen 3. Aufl. 1974, S. 390; vgl. Weimarer Ausgabe (WA) 1,358,33-34 2. Zurück De servo arbitrio - Vom unfreien Willen, 1525: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 3, Stuttgart 3. Auflage 1961, S. 171; vgl. WA 18,615 3. Zurück De servo arbitrio - Vom unfreien Willen, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 287, vgl. WA 18,718 4. Zurück De servo arbitrio - Vom unfreien Willen, 1525 Luther Deutsch, Erg.Bd. Lutherlexikon, S. 390f, vgl. WA 18,635,17-22 5. Zurück De servo arbitrio - Vom unfreien Willen, 1525: Luther Deutsch, Erg.Bd. Lutherlexikon, S. 390, vgl. WA 18,638,4-11 6. Zurück De servo arbitrio - Vom unfreien Willen, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 326f, vgl. WA 18,783 |
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