Was-CHRISTEN.-glauben.info..aktualisiert: 21. Juli 2005
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Heiligung

Was bedeutet es, heilig zu sein? Kann man an sich und andere den Anspruch stellen, ein heiliges Leben zu führen? Können wir von Sünden frei werden? Was sagt uns die Bibel darüber?

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"So wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig, denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn ich bin heilig." (1.Petrus 1,15-16)

Paulus spricht an mehreren Stellen im Neuen Testament die Christen als Heilige und Geliebte an (z.B. Kolosser 3,12), doch in den heutigen Ohren klingen die Wörter "heilig, Heilige" unüblich, altmodisch, losgelöst vom Alltagsleben, unerreichbar und nur auf besondere Menschen zugeschnitten.

Stimmt das wirklich oder spricht die Bibel nicht eher davon, dass gerade das heilige Leben untrennbar mit der Beziehung zu Gott verbunden ist!?

"Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde." (1.Johannes 1,5-7)

Ja, die Forderung Gottes nach Heiligkeit dient uns als Vorbereitung auf die Ewigkeit. Ohne diese würden wir weder jetzt noch in der Ewigkeit Gemeinschaft mit dem absolut Heiligen haben. Sie ist keine Aufnahmeprüfung in den Himmel, die Gott auch anders gestalten könnte. Sie entspringt dem Wesen Gottes und auch unserem Wesen.

Die angeführten Bibelstellen (1.Johannes 1,5-7, 1.Petrus 1,15-16) betonen die absolute Heiligkeit Gottes und die daraus entspringende Notwendigkeit, unser GANZES Leben von Gott beurteilen und reinigen zu lassen, JEDE Sünde abzulegen. Diese Gesinnung, heilig sein zu wollen wie Gott es ist, kennzeichnet einen Christen. Viele religiöse Menschen streben dieses Ziel nicht wirklich an. Der Glaube an die Erlösung und Vergebung lässt aber Christen mit Hoffnung den Kampf gegen Sünde aufnehmen.

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes VOLLKOMMEN sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet." (2.Timotheus 3,16-17)

Aus der Schrift, insbesondere aus den Worten und dem Leben der Propheten, Jesu und seiner Jünger, können wir erfahren, was Sünde ist.

KAMPF GEGEN SÜNDE ALS VORAUSSETZUNG FÜR EIN HEILIGES LEBEN

Der Mensch wurde zum Ebenbild Gottes geschaffen. Als der Mensch sündigte, wurde er entstellt und seine Beziehung zu Gott und den Menschen gestört. Die Sünde bewirkt ein Getrenntsein von Gott und führt zum Leben im Egoismus und Vereinsamung.

Deshalb beschreibt Jesus in sehr radikalen Bildern, wie stark wir Sünde verabscheuen und ablehnen müssen.

"Und wenn deine Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab! Es ist besser für dich, als Krüppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das unauslöschliche Feuer. Und wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf`s von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen..." (Markus 9,43.47)

Das ist keine leere Warnung Jesu, um uns Furcht einzuflößen, sondern Jesus beschreibt eine geistliche Realität. Sünden verändern, betrügen, verhärten, nehmen dem Menschen die Sehnsucht nach Gott und dem Guten, sie trennen von Gott. Dem entspricht auch, was Paulus in Kolosser 3,5 schreibt:

"Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist."

Sünde beginnt in der Gesinnung und in den Gedanken, dort liegen die Wurzeln für die darauf folgenden Tatsünden.

"Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch begangen hat in seinem Herzen." (Matthäus 5,28)

"Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird..." (Matthäus 5,21-22)

"Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde." (Jakobus 4,17)

Leider werden Unterlassungssünden oft nicht in dem Maß beurteilt, wie sie von der Bibel ausgehend beurteilt werden sollten. Wir begegnen immer wieder Menschen, die Sünden wie das Nichtbemühen um die Brüder oder ein nicht Nachdenken über die Worte Gottes (Bibel lesen) als unwesentlich sehen. Doch zeigen gerade diese Sünden sehr deutlich die mangelnde Beziehung zu Gott.

Es gibt keine Ausrede für das Sündigen.

"Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt." (1.Korinther 10,13)

Bereits im AT wird der Sieg über Sünde gefordert und als möglich gesehen.

"Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen." (Genesis 4,6-7)

Gottes Liebe und Barmherzigkeit ist groß zu allen Menschen, die darum ringen, von Sünden Abstand zu nehmen und Gott ihr Leben anzuvertrauen. Aber Gottes Zorn ist groß über diejenigen, die Sünde nicht Sünde nennen wollen (Matth. 3,7+8) und sich mit ihrer eigenen Schwachheit entschuldigen wollen, denn

"Die Hand des Herrn ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört." (Jesaja 59,1-2)

Wir wissen, dass Gott jeden Menschen liebt und jeden annimmt, der zu ihm kommen möchte und sei er noch so stark mit Sünden verhaftet. Wir kennen Gottes Treue, dass er niemanden verstößt, der sich ihm zuwenden möchte. Aber wir sollen uns auch dessen bewusst sein, dass Sünden uns von ihm trennen. Niemand soll dem gleichgültig gegenüber stehen oder mit der Sünde spielen.

Die Vergebung der Schuld ist ein großes Geschenk. Es ist wichtig, sich den Wert dessen vor Augen zu stellen. Wir erhalten Gottes Gnade nicht als Schleuderware, Jesus hat dafür sein Leben gegeben, um uns von Sünden erlösen zu können. Deshalb sollen wir auch ein Leben als Erlöste führen und nicht an Sünden festhalten.

"Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken." (1.Petrus 1,18-19)

WIE KÖNNEN WIR VON SÜNDEN FREI WERDEN

In Ps 32,3-5 und Spr. 28,13 steht, dass das Bekennen der Sünden der einzige Weg zur Vergebung und Befreiung davon ist.

"Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Erbarmen finden." (Sprüche 28,13)

Es ist wichtig und gut, seine Sünden Gott gegenüber zu bekennen, aber auch ein Zeichen wirklicher Reue, sie vor Menschen ans Licht zu bringen. Wenn wir in der Wahrheit leben, dann sollen wir auch im Licht vor dem Bruder wandeln.

"Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns unsere Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit." (1.Johannes 1,9)

Nicht nur am Tage der Bekehrung ist es wichtig, alles was uns mit der Welt verband, hinter uns zu lassen und unsere Sünden offen zu legen. Als Christ sollen wir, wie Jakobus in Kapitel 5, 16 schreibt, einander die Sünden bekennen und füreinander beten, damit wir Heiligung erlangen. Es ist nicht die Aufgabe von speziell dafür ausgebildeten Seelsorgern, sich um die Bekenntnisse der Gemeindeglieder zu bemühen und sich über den Inhalt in Schweigen zu hüllen. Wir finden für diese Praxis keine Grundlage in der Bibel. Vielmehr soll tiefes Vertrauen zu allen Glaubensgeschwistern und der Wunsch, vor anderen so stehen zu wollen, wie wir vor Gott stehen, Zeugnis für Gottes Wirken in der Gemeinde sein. Nur dadurch ist die Hilfe der Brüder untereinander möglich, dass man die Sünden voreinander legt, dafür Vergebung empfängt, in Gebeten aber auch in Ermunterungen und Ermahnungen in der Heiligung unterstützt wird.

Jesus gibt uns in Johannes 13,2-17 ein Beispiel, wie wir einander dienen sollen, indem er den Jüngern die Füße wäscht. Er erniedrigte sich vor Menschen, die selbst mit Sünden behaftet waren und zeigte gerade dadurch seine Liebe. Von ihm sollen auch wir lernen, voreinander klein zu werden, einander in Liebe zu tragen und dadurch fähig zu werden, selbst in der Heiligung zu wachsen und anderen darin zu helfen. Einander dienen kann man nicht losgelöst von der Sorge um das Heil des anderen sehen, ein Sorgen darum, dass der andere im Glauben wachsen und reifen kann und keine Sünde ihn in der Verbundenheit mit Gott hindert.

Gott hat jeden einzelnen Christen dazu befähigt, dem Anderen eine Stütze zu sein, damit der ganze Leib zu einem heiligen Tempel erbaut werden kann (Epheser 2,21). Er stellt damit die gesamte Gemeinde in die Verantwortung füreinander, deshalb

"Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird." (Hebräer 12,14)



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