Was-CHRISTEN.-glauben.info..aktualisiert: 2. Februar 2005
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Glaubwürdigkeit der Bibel
(Fortsetzung)

2. DAS NEUE TESTAMENT IST GLAUBWÜRDIG, WEIL JESUS GLAUBWÜRDIG IST

2.1 JESU LEBEN BEZEUGT SEINE WORTE

Die Lehre einer Person ist vertrauenswürdig, wenn deren Leben mit der Botschaft übereinstimmt. Jesus Christus wird von seinen Augenzeugen ein tadelloses Leben bescheinigt. Seine Gegner, die ihren Einfluss und ihre Ehre beim Volk der Juden schwinden sahen, konnten ihm weder eine Übertretung des für einen Juden verbindlichen Gesetzes Mose noch eine Sünde vorwerfen. Immer wieder versuchten sie ihn durch Fangfragen zu einer falschen Aussage zu verleiten oder in innere Widersprüche zu verwickeln. Doch jede Raffinesse der Schriftgelehrten war erfolglos, Jesus stellte durch seine Antworten vielmehr sie selbst in Frage. Jesu Wirken hielt ganz Israel in Atem. Selbst die politischen Führer, wie der jüdische Fürst Herodes Antipas und der römische Statthalter Pontius Pilatus, mussten sich mit ihm befassen. Daher kann man zu Recht erwarten, dass die Juden, die Jesus ablehnten und ihn in Misskredit bringen wollten, gern jeden seiner Fehltritte zur Geltung gebracht hätten. Das war aber nicht der Fall.

Jesus stellte an seine Jünger nicht nur einen hohen Anspruch, er selbst ging mit gutem Beispiel voran. Hinsichtlich eines bescheidenen und enthaltsamen Lebens legte er den selben Maßstab an sich selbst wie an andere. Zur Verwunderung seiner Nachfolger wusch er ihnen einmal sogar die Füße, was damals Sklavenarbeit war, um ihnen seine dienende Einstellung zu zeigen und ein Vorbild zu sein. Etwa zweieinhalb Jahre waren seine Jünger mit ihm mehr oder weniger täglich zusammen und immer wieder wurden sie von seiner Liebe beschämt. Dieses Leben Jesu in Verbindung mit seinen Worten überzeugte sie damals und überzeugt auch heute.

2.2 JESUS VOLLBRINGT WUNDER UND HEILUNGENEN

Jesus wurde vor allem auch durch seine Wunder und Heilungen bekannt. Nach dem Zeugnis der Evangelien heilte er Kranke, Aussätzige, Lahme, schenkte Blinden das Augenlicht, befreite Besessene und weckte Tote auf. Das hatte es noch nie zuvor gegeben. Selbst die feindlich eingestellten Juden stellten dies Jesus nicht in Abrede. Das beweist die Aussage im Babylonischen Talmud(4)

"Am Vorabend des Passahfestes haben sie Jesus gehängt, ... weil er Zauberei getrieben und Israel verlockt und abspenstig gemacht hat."

Die Tatsache der Wunder konnte nicht geleugnet werden, allein es musste eine andere Erklärung dafür gefunden werden. Jesus hatte einfach gezaubert!?

Die zeitgenössischen Gegner Jesu vermuteten einen Doppelgängertrick und versuchten ihn als Betrüger zu entlarven.

"Und als Jesus vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. ... er bereitete einen Teig aus dem Speichel und strich den Teig auf seine Augen ... der Blinde ging hin und wusch sich und kam sehend wieder. Die Nachbarn nun und die, die ihn früher gesehen hatten, dass er ein Bettler war, sprachen: Ist dieser nicht der, der da saß und bettelte? Einige sagten: Er ist es, andere sagten: Nein, sondern er ist ihm ähnlich; er sagte: Ich bin es. ... Sie führen ihn, den einst Blinden, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat ... Es glaubten nun die Juden nicht von ihm, dass er blind war und sehend geworden, bis sie die Eltern dessen riefen ... Seine Eltern sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde ... Sie riefen nun zum zweiten Mal den Menschen, der blind war ... Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt ... Warum wollt ihr es nochmals hören? Sie schmähten ihn ..." (Johannes 9,1-28)

Die Art und Weise, mit der Jesus den Blindgeborenen heilte, war äußerst provokant, weil er einen Teig aus Speichel und Erde machte. Den Pharisäern und Schriftgelehrten war gemäß ihren Traditionen jede nicht notwendige Tätigkeit am Sabbat verboten. Jesus waren nicht menschliche Traditionen wichtig, sondern die Not der Menschen. Da es sich um einen blind geborenen Menschen handelte, konnten die Pharisäer nicht damit argumentieren, dass seine Sehkraft vielleicht so, wie sie verschwand, wieder zufällig zurückgekehrt wäre. Es gab für sie zur Widerlegung Jesu nur die Möglichkeit eines Doppelgängers. Die ganze Situation zeigt, dass die Pharisäer jede Unsicherheit ausschließen wollten, ob nicht doch ein Anderer als der ehemals Blinde auftrat. Obwohl alles für eine wunderbare Heilung sprach, wollten sie das nicht anerkennen. Hätten sie in dieser Situation einen Betrug aufgedeckt, wären Jesus wohl alle Jünger davongelaufen und die Nachwelt hätte wahrscheinlich nie über dieses Ereignis erfahren.

2.3 DIE AUFERSTEHUNG JESU IST KEINE ERFINDUNG

Das größte, aber auch am meisten bezweifelte Wunder, ist die Auferstehung Jesu. Wie bereits weiter oben (Kapitel 1.5) erwähnt ist die Annahme einer Fälschung durch die Jünger Jesu auszuschließen, weil für sie selbst die Auferstehung ihres Herrn völlig unerwartet kam und kein schlüssiges Motiv erkennbar ist, warum sie dies erfunden haben sollten.

Nach dem schmachvollen Tod Jesu waren die Jünger ratlos, sie hatten sich einen irdischen Messiaskönig erwartet, der eine Umkehr des jüdischen Volkes bringen und sich gegenüber den gottlosen Heiden durchsetzen wird. Von ihrem späteren Mut und ihrer Überzeugung, die sie selbst den führenden Juden das Evangelium verkünden ließ (Apg.5,27-33), obwohl sie selbst nur einfache Arbeiter, wie z.B. Fischer waren, ist in dieser Situation nichts zu merken. Aus Furcht vor den Juden hielten sie sich hinter verschlossenen Türen auf (Joh.20,19). Als ihnen Maria Magdalena verkündete, dass ihr Jesus erschienen ist, glaubten sie ihr nicht (Mk.16,9-11) und hielten es für albernes Geschwätz (Lk.24,11). Bei der ersten Erscheinung Jesu vor den Aposteln dachten sie einen Geist zu sehen (Lk.24,37). Thomas, einer der zwölf Apostel, war bei dieser Erscheinung nicht anwesend. Er glaubte nicht einmal seinen engsten Gesinnungsgenossen und wurde erst überzeugt, als er Jesus selbst sah (Joh.20,24-29).

Manche vermuten nun hinter diesen Berichten einen intelligenten Fälscher, der den Anschein einer realistischen und historisch korrekten Nacherzählung erwecken wollte. Ein Fälscher möchte dem Leser möglichst keinen Anlass zum Zweifel geben. Dem Historiker ist daher das Mittel der Harmonisierung ein sicheres Kennzeichen einer Fälschung. Gerade das kann man aber von den vier Evangelien nicht behaupten. Sie sind in ihrer Darstellung der Auferstehungserscheinungen Jesu nicht identisch. Es gibt sogar einen Widerspruch. Lukas schreibt, dass Jesus zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erschien und sie dies den Aposteln in Jerusalem freudig berichteten (Lk.24,33.34). Die Apostel glaubten ihnen. Markus berichtet hingegen, dass sie den Beiden nicht glaubten (Mk.16,12.13). Hier wird man Lukas recht geben müssen, der diese Begebenheit sehr detailliert erzählt. Markus erwähnt dies nur mit einem Satz, er hatte wohl keine genauen Informationen darüber. Einem geschickten Fälscher wäre solch ein Fehler nicht unterlaufen. Vielmehr zeigt es, wie die Autoren nach bestem Wissen und Gewissen ihre eigenen Erfahrungen mit Jesus bzw. Augenzeugenberichte Anderer niederschrieben.

Zur Zeit der Abfassung der Evangelien gab es noch viele Augenzeugen. Für Juden, welche Jesus und das Christentum ablehnten, wäre nichts leichter gewesen gegen die Christen vorzugehen, als die Auferstehung Jesu zu widerlegen. Der Glaube an den auferstandenen Christus hätte sich niemals gehalten, wäre ihnen das gelungen.

Ein Fälscher möchte den Leser überzeugen und überlegt sich daher bewusst, auf welche Weise er dies erreicht. Er wird dazu eindeutige und nachvollziehbare Argumente verwenden. Nun erscheint Jesus in den Berichten der Evangelien aber zuerst einer Frau, nämlich Maria Magdalena (Mk.16,9 und Joh.20,14). Sie war früher von Dämonen besessen und erst durch Jesus geheilt worden und daher für einen Außenstehenden alles andere als ein zuverlässiger Zeuge. Frauen wurden bei den Juden nicht als Zeugen anerkannt, dies war Männern vorbehalten. Bis heute werden im orthodoxen Judentum Frauen bei rabbinischen Gerichten als Zeugen nicht akzeptiert. Die Evangelien waren vor allem auch an Juden gerichtet. Zu meinen ein Fälscher käme auf den Gedanken, die erste Erscheinung des Auferstandenen vor einer Frau zu erfinden, ist wirklich phantastisch.

FORTSETZUNG - 3. GLAUBWÜRDIGKEIT DER ÜBERLIEFERUNG DES NEUEN TESTAMENTS

FUSSNOTEN
4. Zurück Sanhedrin 43a, Der Babylonische Talmud, Wilhelm Goldmann Verlag, 1963, S. 207 u. 208



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