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aktualisiert: 21. Juli 2005
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Glaube und Werke Gesetzlichkeit oder Gehorsam? Heil auf Grund von Verdiensten oder aus Gnade?
"Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme", schreibt Paulus in seinem Brief an die Epheser (Epheser 2,8-9). Damit weist er darauf hin, dass ein Christ das ewige Leben ausschließlich Gott zu verdanken hat. Denn er ist ja nicht im Stande, es mit seinen eigenen Werken zu verdienen. Gott hat aus Gnade und Liebe zu den Menschen seinen Sohn auf die Erde gesandt, um durch ihn die Menschheit aus ihren Sünden zu erretten.
Aus den zitierten Versen des Epheserbriefes - und auch vielen anderen Stellen des Neuen Testaments - geht klar hervor: Gott erlöste die Menschheit, indem er Jesus sandte, der Gottes Vergebung verkündete. Er rief die Menschen zur Umkehr von den Sünden, zu einer Beziehung mit Gott, zu einem Leben, reich an Freude und Überfluss (Johannes 10,10).
Daher ruft Jesus all die, die mit Gott leben wollen, zu einem konsequenten Kampf gegen die Sünde. Die Gnade und die Sündenvergebung bekommen wir von Gott, damit wir nicht mehr weiter in der Sünde leben.
Dasselbe wird auch von dem Apostel Paulus bestätigt:
Außerdem könnten hier sämtliche Ermahnungen und Ermunterungen des Neuen Testaments angeführt werden, die zeigen, dass Gott die Gnade darum gibt, dass wir ein heiliges Leben führen. Wer nicht so lebt, der hat Gottes Gnade vergeblich gemacht, aber nicht nur für sich selbst: er wird auch für andere ein falsches Zeugnis sein, denn er bezeugt mit seinem Leben nicht die von Sünden befreiende Kraft und die das Leben umformende Macht Gottes.
Völlig falsch ist also, die auch von Luther vertretene Ansicht, dass das christliche Leben nach außen unsichtbar sei. (1) Das Betonen der Früchte und der Werke des christlichen Lebens kann nicht Gesetzlichkeit genannt werden - das zuvor Ausgeführte bestätigt dies, weil es sich keineswegs um das Halten der alttestamentlichen Gesetze handelt. Denn diese werden ja im Neuen Testament eindeutig als veraltet bezeichnet. Auch geht es nicht um eine menschliche Anstrengung im Namen des Neuen Testaments, sondern es handelt sich um einen Kampf, zu dem ein Christ, welcher aus der Beziehung zu Gott schöpft, durch die Erlösung Jesu und durch die Kraft des Heiligen Geistes fähig ist.
Jesus setzt den Glauben mit dem Gehorsam gleich. Es ist wichtig hervorzuheben, dass Jesus über Gehorsam und nicht über ein nur in einigen Punkten verbessertes Leben sprach. Er forderte nicht nur dazu auf, schädliche Süchte oder Sünden, die sogar von weltlichen Gerichten verurteilt werden, aufzugeben. Auch Freundlichkeit, Ausübung von humanitären oder religiösen Werken allein, entsprechen nicht dem Gehorsam, den Jesus vorlebte. Jesus ruft alle Menschen auf, ihm nachzufolgen, wie auch den reichen Jüngling, der nach seiner Selbstbeurteilung in vielen Punkten ein gottgefälliges Leben geführt hatte, aber nicht bereit war, Gott den ersten Platz in seinem Leben zu geben und Jesus nachzufolgen (Matthäus 19,16-26). Bei Johannes heißt es dazu:
Jesus hat sein Leben ganz für diejenigen hingegeben, die seine Hilfe brauchten. Sein Ziel war, den Menschen Gottes Liebe zu vermitteln und sie zu Gott zu führen. Er ruft auch seine Nachfolger auf, das Gleiche zu tun.
Christen wollen danach streben, dass sie immer vollkommener das verwirklichen, wozu sie Jesus berufen hat - so auch wir. Es geht nicht um ein perfektes Leben, sondern um ein Streben, das aber keinesfalls einen kraftlosen Versuch bedeuten kann, sondern einen Kampf, über den Paulus in 1 Korinther 9,24-27 spricht:
Wir können uns auch nicht mit der Schwachheit des Menschen entschuldigen, weil Jesus sich dieser auch bewusst war (Hebräer 12,1-4). Er hat dennoch klar gesagt, was er von seinen Nachfolgern erwartet:
Das Sündigen kann kein Dauerzustand sein. Wenn wir gefallen sind, müssen wir aus Gottes Vergebung Kraft schöpfen, wieder aufstehen (1. Johannes 2,1) und bis zum Ende gegen die Sünde kämpfen (Hebräer 12,1-4).
Damit ist auch die Tatsache zu erklären, dass das Neue Testament oft so spricht, dass Gott auf Grund der Werke richten wird.
Man muss also die Auffassung falsch nennen, laut der ein Glaube an Jesu Tod und Auferstehung für das Heil in sich allein hinreichend wäre. Aber auch das andere Extrem kann nicht richtig genannt werden, dass man vor Gott für sich selbst - oder für andere, mit Werken Verdienste erwerben könnte. Diese Auffassung wird auch in einem Gleichnis von Jesus widerlegt, dessen Schlussgedanke folgenden Wortlaut hat:
Gottes Wort ist auch heute Wirklichkeit und kann das Leben der Menschen umformen. Das Leben derer, die es wollen, die sich frei dafür entscheiden, mit ihrem Leben zu dienen, die das sanfte Joch von Jesus (Matthäus 11,30) auf sich nehmen, aber nicht das harte Joch des Gesetzes, die sich dem Gesetz der Freiheit unterwerfen, aber nicht dem Gesetz des Buchstabens (Jakobus 1,25 und 2,12). Die durch all dies Zeugnis geben wollen von der Kraft der Gnade Gottes, diese hören und verstehen Jesu Worte. FUSSNOTEN 1. Zurück Weihnachtspostille 1522: Luther deutsch, Erg.Bd. Lutherlexikon, S. 57f, vgl. WA 101,137,18-138,5: Ein christlich Wesen besteht nicht in äußerlichem Wandel; es wandelt auch den Menschen nicht nach dem äußerlichen Stande, sondern nach dem innerlichen, d. h. es gibt ein andres Herz, einen andren Mut, Willen und Sinn, welcher dieselben Werke tut, die ein anderer ohne solchen Mut und Willen tut. Denn ein Christ weiß, dass es ganz am Glauben liegt. Darum gehet, stehet, isset, trinket, kleidet, wirket und wandelt er wie sonst ein gemeiner Mann in seinem Stande, dass man nicht seines Christentums gewahr wird... Hauspostille 1544, Von der Frucht der Auferstehung Christi: Luther deutsch, Erg.Bd. Lutherlexikon, S.58, vgl. WA 52,251, 18-24: Man kann einen Christen nicht recht nach dem äußerlichen Leben beurteilen. Denn es ist ebenso unrein und baufällig wie des Nichtchristen Leben. Deshalb müssen sie täglich beten: "Vergib uns unsere Schuld". Wer aber einen Christen recht ansehen und beurteilen will, der tue es nach dem Glauben. Denn nach unserm Fleisch und Blut sind wir Sünder und müssen ebenso sterben und allerlei Unglück hier auf Erden erwarten und wohl mehr als andere Leute, die Nichtchristen sind. Denn Christen fühlen die Sünde mehr als andere Leute. |
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