Was-CHRISTEN.-glauben.info..aktualisiert: 21. Juli 2005
Über uns . Themen . Schreib uns! . Sprachen

Argumente für die Existenz Gottes
(Fortsetzung)

4. Gültigkeit und Ziel der Argumente für Gott

Warum sollen wir uns überhaupt mit Argumenten beschäftigen, wenn Gottes Existenz sowieso nur eine Sache des Glaubens ist?

Bei der Beschäftigung mit Argumenten für Gottes Existenz ergeben sich drei große Fragen: deren Gültigkeit (oder die Kraft der Beweise), deren Methode (wie werden die Beweise geführt) und deren Ziel (wozu helfen sie).

4.1. Wie gültig sind diese Beweise?

Alle erwähnten Beweise wurden und werden auf unterschiedlichste Weise von vielen Philosophen bestritten, wir aber sehen es genau wie Paulus, der tief von der Offensichtlichkeit der Existenz Gottes überzeugt war:

"Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben" (Röm.1,19-20).

Dieser grundsätzliche Gedanke von der Erkennbarkeit des Unsichtbaren anhand der sichtbar geschaffenen Welt ist in allen Kulturen zu finden, bei den Denkern des Altertums genauso wie bei modernen Wissenschaftlern. Wir behaupten nicht, Gottes Existenz mathematisch herleiten oder demonstrieren zu können, sondern dass man sie aus dem Geschaffenen durch das natürliche Licht des menschlichen Verstandes mit Sicherheit wissen kann. Vielleicht können wir sagen, dass die Beweise einen hohen Grad von Klarheit besitzen, der Zweifel auszuräumen vermag, selbst wenn deren anschauliche Herleitung nicht logisch zwingend ist.

Diese Beweise zwingen niemanden, sie annehmen zu müssen, der freie Wille wird gewahrt. Mathematisch-wissenschaftliche Beweise gehen immer von gewissen Axiomen und Postulaten aus, deren Logik durch einen allgemeinen Konsens unter den auf diesem Gebiet arbeitenden Menschen akzeptiert wird. Im Falle metaphysischer Beweisführung spielen persönliche Bedingungen, einen Inhalt zu erfassen, wie auch das Verhältnis zu den Beweisen selbst eine Rolle. Deshalb hängt die Überzeugungskraft der Argumente sehr von der persönlichen Einstellung, der Mentalität, den Neigungen und der Erziehung eines jeden ab. Wichtigste Bedingung aber ist die persönliche Offenheit und Bereitschaft, das eigene Denken und Leben zu prüfen.

4.2. Die Methoden

Von den verschiedenen Argumentationsweisen verwendeten wir nur den induktiven (a posteriori) Beweis, welcher von verschiedenen Aspekten des Seins ausgeht (der kontingenten Welt in ihrer Existenz und ihren Eigenschaften oder von unserer menschlichen Erfahrung) und dann hinauf zu Gott als erster Ursache führt.

Nicht erwähnt wurde bisher die sogenannte deduktive (a priori) Methode, welche von der Vorstellung bzw. Ahnung über Gott ausgeht und auf seine wirkliche Existenz schließt (wie es beispielsweise Anselm, Descartes und Leibnitz taten). Diese Argumentationsweise wird von vielen abgelehnt, hier hängt alles noch mehr davon ab, ob man eine gewisse Vorkenntnis über Gott annimmt.

Allerdings sind bis zu einem gewissen Grad in unseren Ausführungen beide Methoden miteinander verbunden, indem wir einige Gottesvorstellungen vorwegnehmen, um dann sein Dasein induktiv zu beweisen. Wir können ja nicht nach dem suchen, was uns völlig unbekannt ist. Andererseits besteht natürlich die Gefahr, das zu beweisen, was man bereits vorausgesetzt hat.

4.3. Worin besteht das Ziel der Argumente?

Wozu brauchen wir diese Argumente überhaupt und wofür wollen wir sie verwenden? Welchen Gewinn tragen wir bei diesen geistig so aufwendigen und vielleicht auch anstrengenden Methoden davon? Tatsächlich liefern sie uns weder die ganze noch die höchste Erkenntnis Gottes. Um gläubig zu werden, muss man nicht fähig sein, einen Beweis führen zu können, noch viel weniger ist es nötig, Wissenschaftler oder Philosoph zu sein, um Gottes Existenz zu verstehen. Wir verwenden jedoch einige rationale Erklärungen, um verständlich zu machen, dass unser Glaube nicht im Widerspruch zu wissenschaftlichen oder philosophischen Herangehensweisen auf diesem Gebiet steht. In der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Weltanschauungen ist es sehr hilfreich, hier klar Stellung zu beziehen. Wir gründen daher unseren Glauben nicht auf wissenschaftliche oder metaphysische Kenntnis, wollen aber unseren Verstand und unsere intellektuellen Fähigkeiten bei der Suche nach Antworten bezüglich der Existenz und des Wesens unseres Schöpfers nutzen. Wenn wir also seine Spuren in der Natur und sein Bild im Menschen finden, so hilft uns das, Ihn besser kennen zu lernen und die Beziehung zu Ihm zu stärken.

Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Einem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch.
Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind,
auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt.
Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat,
dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.
Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht.
Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei.
Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen,
weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten.
(Apostelgeschichte 17,23-31)
Zurück zur Zusammenfassung

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Wie wir bereits eingangs sagten, sind alle aufgeführten Argumente keine absoluten Beiweise für Gottes Existenz. Unsere Absicht ist es dennoch zu zeigen, dass diese Frage nicht mit den üblichen Einwänden verdrängt werden sollte. Denen, die ehrlich und ernsthaft suchen, wollen wir helfen zu erkennen, dass entgegen der landläufigen Meinung die Frage nach dem Dasein Gottes unserer Natur sehr nahe liegt. In den meisten Fällen sind nicht fehlende Argumente, sondern der Unwille, sich mit den Schlussfolgerungen auseinander zu setzen und Erfahrungen zu machen, das wirkliche Hindernis, Gott anzunehmen.

Gott wirklich akzeptieren bedeutet, auch die Beziehung, die er anbietet, anzunehmen. Dies schließt die Bereitschaft ein, ihn kennen zu lernen, ihm Zeit und Ohr zu widmen und das Leben gemäß seines Planes ohne Vorbehalte zu ändern. Dies bedeutet andererseits auch, alles zurückzuweisen, was ihm missfällt, auf alles zu verzichten, was verhindert, ihn zu finden. Oft sehen die Menschen nur die Forderung nach Verzicht als Wesensmerkmal der Beziehung zu Gott und übersehen dabei, dass wir gerade auf die Dinge verzichten sollen, die uns am Finden eines erfüllten Lebens hindern, das uns ja nur der Schöpfer des Lebens geben kann.

"Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben?" (Matthäus 16, 25-26)

"Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen. Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen." (Jakobus 4, 7-8)

"... Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen ..." (1. Timotheus 2,4)

Sein Wille ist "... dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht." (Apostelgeschichte 17,27-28).

" ... ja, wenn du den Verstand anrufst, zum Verständnis erhebst deine Stimme, wenn du es suchst wie Silber und wie Schätzen ihm nachspürst, dann wirst du verstehen die Furcht des Herrn und die Erkenntnis Gottes gewinnen. Denn der Herr gibt Weisheit. Aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Verständnis." (Sprichwörter 2,3-6)

"Bittet und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden." (Matthäus 7, 7-8)

"Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben." (Matthäus 11,28)

"Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir." (Offenbarung 3,20)

Zurück zur Zusammenfassung



[Startseite] [Seitenanfang] [Themen]



Internet: was-christen-glauben.info

wir (*aet*) was-christen-glauben (*punkt*) info

Falls nicht anders angegeben, wird die Bibel nach der Elberfelder Übersetzung zitiert.
Wir stimmen zu, dass auf anderen Internetseiten Links zu unserer Homepage gesetzt werden.
Jede andere Anwendung ist an unsere Erlaubnis gebunden!
[IE6 or higher][1024x768][Full Screen(F11)]



O B E N