Was-CHRISTEN
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aktualisiert: 21. Juli 2005
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Ämter und Aufgaben in der Kirche
ALLE CHRISTEN SIND BRÜDER UND SCHWESTERN Jesus Christus ist das Haupt der Kirche. Er hat eine direkte und lebendige Beziehung mit jedem Christen ohne einen anderen Mittler.
Alle Christen sind Brüder und Schwestern und gemeinsam sorgen sie für die Kirche - jeder gemäß den Gaben, die er empfangen hat.
Unter den Christen gibt es Unterschiede in Erfahrung, Kenntnis der Bibel und Gehorsam zu Gott. Wir sollen uns dieser Unterschiede bewusst sein, sie aber niemals als fundamental ansehen. Wir können Christen nicht in zwei Gruppen unterteilen - die einen, welche befähigt sind, Gottes Willen aufzuzeigen und die anderen, welche ihnen folgen (z.B. Ordensleute und Laien; solche, die mit dem Heiligen Geist getauft sind, und solche, die das nicht sind; etc.). Am Ende der Abhandlung werden wir einige Stellen, welche oft in diesem Zusammenhang falsch verwendet werden, erklären. KIRCHENSTRUKTUR IN DER ZEIT DES NEUEN TESTAMENTES ÄLTESTE In der Apostelgeschichte können wir verschiedene Beispiele finden, in denen die Apostel Älteste einsetzten:
Die Ältesten (Griechisch: älter = presbyteros ) sind also die Vorsteher (Griechisch: Vorsteher = episkopos; wörtlich eigentlich Aufseher, aber auf Grund negativer Assoziationen aus der NS-Zeit verwenden wir das Wort Aufseher nicht) und Hirten (Griechisch: poimenes ) der Kirche.
... und im gleichen Zusammenhang über dieselben Leute:
Die Austauschbarkeit dieser Begriffe zeigt, dass sie keine unterschiedlichen Stufen einer Hierarchie beschreiben. Sie beschreiben einfach unterschiedliche Aspekte derselben Funktion. In der Bibel bedeutet 'episkopos' einfach Ältester, der dem heutigen so genannten Bischof weitaus nicht mehr entspricht. Tatsächlich wurde aber im 2. Jahrhundert eine Person zum Führer einer Gemeinde in einer Stadt. Anders war es in der Zeit der Apostel, als die Gemeinschaften nicht von einer Person geleitet wurden, sondern von mehreren Ältesten. Im Philipperbrief 1,1 und im 1. Petrusbrief 5,1-5 werden "Älteste" im Plural angesprochen.
In Apostelgeschichte 14,23 und Titus 1,5 lesen wir, dass mehrere Älteste ernannt wurden. Diese Struktur war eine Art Schutz vor Irrlehren. Wenn einer der Ältesten vom rechten Weg abkam wurde er von den anderen getadelt.
Es war auch ein Schutz vor der Gefahr, dass eine einzelne Person eine hohe Position erwirbt, was im 3. Johannesbrief Vers 9 kritisiert wird.
Die kollektive Führung der christlichen Gemeinschaft, wie oben beschrieben, bedeutet nicht, dass die Ältesten alles bestimmen. In Matthäus 18,15-18 zeigt Jesus, dass die wichtigsten Entscheidungen von der ganzen Kirche getragen werden sollen.
Jeder Christ ist für die Lehre und für die wichtigsten Entscheidungen der Kirche, die der Leib Christi ist, verantwortlich. Ein Ältester sollte nicht die Funktion des Leibes ersetzen, sondern er sollte sich um dessen Gesundheit bemühen. DIAKONE Philipper 1,1 erwähnt Diakone. Das griechische Wort bedeutet "Diener", "Helfer" oder "Gesandter". Verwandte Ausdrücke finden wir in Apostelgeschichte 6,1-6.
Die Streitfrage ist hier die Verteilung des Essens an die bedürftigen Christen. Die Apostel ernannten 7 Jünger, die diesen Dienst übernahmen. Sie werden an dieser Stelle nicht Diakone genannt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass der Begriff 'Diakon', der in Philipper 1,1 und 1. Timotheus 3,8 verwendet wird, auch mit dem Dienst der Organisation und der Verteilung materieller Güter zu tun hatte. DIE NACHAPOSTOLISCHE KIRCHENSTRUKTUR Nach dem Tod der Apostel Petrus und Paulus hat sich die Situation nicht wesentlich geändert. Das können wir an Hand eines Briefes sehen, welchen die christliche Gemeinde von Rom an die christliche Gemeinde in Korinth um das Jahr 70 n. Chr. schrieb. Dieser Brief ist als 1. Klemensbrief bekannt. Er gehört nicht zum Neuen Testament, wir zitieren ihn hier nur als historisches Dokument. Das Hauptanliegen dieses Briefes ist die richtige Achtung von Ältesten. Es heißt dort:
Es steht hier von Presbytern (Älteste), welche den Dienst eines Episkopos (Vorstehers) erfüllen. Der Begriff 'episkopos' (Vorsteher) und 'presbyteros' (Ältester) werden in diesem Brief noch einmal synonym verwendet, hingegen lesen wir nichts über einen einzelnen Führer. Wir können daran erkennen, dass sich die neutestamentliche Kirchenstruktur wie oben beschrieben auch nach dem Tod der Apostel nicht geändert hat. Die Apostel haben keine einzelnen Führer über die lokalen Kirchen ernannt, auch als sie die Welt hinter sich ließen. So hat Paulus, als er schließlich die Gemeinde von Ephesus verließ, obwohl er sich dessen bewusst war, dass einige Christen in Gefahr waren abzufallen, einfach gesagt:
Bereits am Anfang des zweiten Jahrhunderts finden wir einzelne Führer in beinahe allen lokalen christlichen Gemeinden. Sie wurden "episkopoi" (Vorsteher) genannt, was ursprünglich ein Synonym für Älteste war. Wir können über sie in den Briefen von Ignatius von Antiochien (35-110) lesen. Hier gibt es keine Bezugnahme auf eine besondere Ernennung durch die Apostel (Die römisch-katholische und orthodoxe Organisation behaupten, dass "Priester" von den Nachfolgern der Apostel ernannt werden müssen, z.B. von Bischöfen = Apostolische Sukzession). Die Rolle einer einzelnen Person auf diese Weise zu betonen ist dem Neuen Testament völlig fremd. Ignatius schreibt:
Diese Entwicklung setzte sich fort, sodass am Ende des 2. Jahrhunderts Irenäus von Lyon die episkopoi als Nachfolger der Apostel betrachtete. RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHENSTRUKTUR In den Dokumenten des römisch-katholischen Zweiten Vatikanischen Konzils (1965) heißt es:
Praktisch bedeutet das, dass man einen speziellen 'Schlüssel' benötigt, um die Bibel zu 'entschlüsseln'. Nach der römisch-katholischen Kirche besitzen die Priester als Repräsentanten des Bischofs den Schlüssel, um die richtige Bedeutung der Schrift zu erkennen.
Der Schlüssel für das Verständnis der Heiligen Schrift ist der Heilige Geist, der in allen Christen wohnt. Das bedeutet die Salbung, auf die sich Johannes bezieht.
Der Apostel Paulus verbindet seine Apostolizität ebenso mit der Tatsache, dass er Jesus gesehen hat:
DIE ÜBLICHE KIRCHENSTRUKTUR IN EVANGELISCHEN KIRCHEN UND FREIKIRCHEN Die meisten Protestanten und Freikirchen lehnen die römisch katholische Lehre der Lehrgewalt der Bischöfe ab. Gleichzeitig sehen sie aber üblicherweise die Notwendigkeit, einen Pastor über Älteste einzusetzen. Der Pastor übernimmt in der Gemeinde die Aufgabe der Predigt und in wichtigen Entscheidungen hat er das letzte Wort. Um das zu unterstützen wird als Argument oft Timotheus und Titus angeführt, welche Mitarbeiter von Paulus waren und welche in Ephesus und Kreta eine bedeutende Autorität hatten (1.Timotheus 1,3; Titus 1,5). Diese Begründung lässt die Tatsache, dass diese Mitarbeiter in diesen Städten zurückgelassen wurden, um das Werk des Apostels zu vollenden, außer Acht. Sie blieben dort nicht auf unbestimmt Zeit und es wurde auch keine Position oder Amt eingeführt, um ihre Rolle nach ihrer Abreise weiterzuführen.
Aber eine von Menschen gemachte 'Gewohnheit' einzuführen ist keine geistliche Lösung für ein Problem. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNG 1. Kein Mensch ist unfehlbar. Jeder Christ braucht Korrektur. Jeder Christ soll wachsen, um Verantwortung tragen zu können. Wir sehen es nicht als Gottes Führung, einen einzigen Leiter über die Kirche oder eine örtliche christliche Gemeinde einzusetzen. 2. Eine Kirche benötigt Älteste, welche auf die richtige Lehre und richtiges Leben achten. Ihre Autorität soll nicht auf einen Universitätsabschluss sondern auf christliche Tugenden, Erfahrung und Lehrfähigkeit gegründet sein. In der Kirche gibt es Älteste, die nicht von jemandem oder den vorhergehenden Ältesten offiziell eingesetzt wurden. Eine formale Einsetzung von Ältesten sollte helfen klarzumachen, wer diese Aufgabe zu tragen im Stande ist. Unter unseren Umständen sehen wir nicht die Notwendigkeit, dies zu tun, weil unsere Gemeinschaft Schritt für Schritt gewachsen ist und wir einander gut kennen. Wir kennen auch unsere Ältesten. Das ändert ihre Aufgabe nicht, und alles, was wir über Älteste gesagt haben, kann auf sie angewandt werden. Sie nehmen teil an unserem Leben und wir an ihrem. Sie verdienen ihr Geld bei normalen Arbeitsstellen so wie das auch die anderen tun. Sie brauchen auch Ermunterung und Ermahnung, so wie auch die übrigen. Auch sie bekennen ihre Sünden jedem der anderen Christen. Die Ältesten sind nicht die einzigen, die lehren. 3. Wir sollen nicht zusammenkommen, um ein Programm zu konsumieren sondern aktiv teilnehmen. Es ist nicht schwer, an Veranstaltungen mit Programm teilzunehmen. Das aber erzieht nicht dazu, Verantwortung zu übernehmen. Wenn Christen nicht lernen, für die Kirche Verantwortung zu übernehmen, ist eine Entwicklung zur falschen Struktur unvermeidlich. Andere zu lieben bedeutet, Verantwortung für sie zu tragen. Der Apostel Paulus ermuntert uns dazu.
Indem wir dies tun, können wir Einheit aufbauen, die nicht von oben angeordnet wird, sondern aus unserem Herzen kommt. Solche Einheit kann auch ein Zeugnis für die Welt sein.
Jeden Tag lernen wir, diese Verantwortung zu tragen, indem wir die Demut üben. Die Demut ist es, die uns fähig macht, auf die anderen zu hören - auf unsere älteren, aber auch jüngeren geistlichen Brüder und Schwestern. (1. Petrus 5,5) STELLEN DIE IN DIESEM ZUSAMMENHANG OFT VERDREHT WERDEN Zwei Stellen gibt es, in denen das Wort 'Vorsteher' (episkopos) in Einzahl vorkommt. Das sind: 1.Timotheus 3,2 und Titus 1,7. In Titus 1,5 können wir sehen, dass eine Mehrzahl von Ältesten in einer Gemeinde vorausgesetzt wird. Das Wort 'Vorsteher' wird in Einzahl verwendet, weil diese Stellen die Eigenschaften eines Vorstehers beschreiben. Es wird nicht ausgedrückt, dass es einen Vorsteher geben soll. |
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